Das Girokonto überziehen kann verdammt teuer werden

Görlitz, 16. Dezember 2015. Eine gefährliche Falle und ein meist ungewollter Teufelskreis, ist man erst einmal schnell hinein geraten, so ist ein Herauskommen umso schwerer: Der Dispokredit! Schnell tappen Kontoinhaber in die Falle vieler Banken und Sparkassen, die automatisch bei Kontoeröffnung auch gleichzeitig eine Überziehung des Selbigen dulden. Einzig allein reicht ein Nachweis über regelmäßige Einkünfte und schwupps, wird einer Überziehung in gleicher Höhe automatisch gestattet und eingeräumt. Ein moralisches oder unmoralisches Angebot, das sei dahingestellt, aber: Wer überzieht ist immer ganz klar im Nachteil.

Dicke Zinsen für wenig Geld

Sicherlich kann nun jeder einmal in eine Situation kommen, in der mehr Geld benötigt wird, als reinkommt und verdient wird. Unterschiedliche Gründe und Faktoren spielen oft eine wesentliche Rolle. Anschaffungen, die dringend erforderlich sind oder einfach nur, dass die Waschmaschine von jetzt auf gleich ihre Tätigkeit kündigt. Woher nun die erforderliche Summe X nehmen? Die Meisten nehmen ihren Überziehungskredit in Anspruch. Es ist so einfach und völlig praktisch, kein Ausfüllen lästiger Formalitäten und sonstiger Zeitfresser. Das Geld ist verfügbar, ohne dass es eines Wortes oder einer Tat benötigt. Diese Bequemlichkeit kostet aber richtig und vor allem unnötig viel Geld. Im Februar kassierten Banken und Sparkassen im Schnitt satte elf Prozent Überziehungszinsen. Und das, obwohl Banken und Sparkassen sich selbst zu viel niedrigeren Konditionen Geld leihen.

Eigentlich immer viel zu teuer

Was viele Kontoinhaber nicht wussten und wissen ist, dass der Dispokredit grundsätzlich, auch in Zeiten des Wucherzinses, schon immer der teuerste Kredit war. Die steigende Tendenz des Zinssatzes für Dispokredite ist seither nichts Neues. Momentan befindet er sich allerdings auf ganz hohem Niveau. Bei der vergangenen Erhebung lag der Zinssatz bei sage und schreibe 14,75 Prozent. Die Inanspruchnahme solcher Kredite mit diesen hohen Zinsen, die an Wucherzinsen erinnern, kann je nach Höhe und Belastung des Kontos Kopf und Kragen kosten. Denn die monatliche Belastung durch die Verzinsung ist hoch und bleibt kontinuierlich hoch. Aus den ursprünglich 1.000 Euro, die man sich ausgeliehen hat, werden schnell 2.000 Euro. Nur wer schnell die Überziehungssumme ausgleicht, hat nur für kurze Dauer Nachteile. Wer lange wartet und womöglich noch weiter in die "Miesen" rutscht, hat ganz schlechte Karten dieser Falle zu entkommen.

Da hilft in der Regel nur einen Kredit zur Ausgleichung des Dispokredites aufzunehmen. Die meisten Banken bieten aber erst nach Nachfrage und Information diese Möglichkeit an, da diese Kredite wesentlich günstiger sind und demnach auch niedriger verzinst werden. Die Inanspruchnahme von Blitzkrediten im Vorfeld ist eine gute Alternative, wenn schnell und unbürokratisch finanzielle Unterstützung benötigt wird.

Vorsicht bei geduldeter Überziehung


Schlimmer geht immer: Auch das ist möglich und zwar ebenso einfach. In diesem Fall handelt es sich um noch höhere Zinsen, als ursprünglich gedacht. Dann nämlich, wenn es sich um eine geduldete Überziehung seitens der Bank oder Sparkasse handelt. Der Kontoinhaber nimmt sein Girokonto sogar über den deklarierten Dispositionskredit hinaus in Anspruch oder hat keinen Dispo vereinbart. Für die Überziehung der Überziehung quasi können dann so ganz locker bis zu 20 Prozent erhoben werden. Ganz wichtig ist bei der Wahl des Bankinstitut auf die ganz klar deklarierte Anpassungsklausel zu achten. Ebenso, ob die jeweilige Bank ihren Dispo an einen Referenzwert bindet und den Zins für den Dispo je nach Wert um deinige Prozentpunkte anheben oder senken kann. Vergleichen und informieren heißt hier grundsätzlich die Devise und vor allem: Genaustens alle Optionen und Möglichkeiten abklären, bevor es zu spät ist.

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  • Quelle: red
  • Geändert am: 16.12.2015 - 00:46 Uhr
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