Arbeitslos als Dauerlos?

20.04.2008 von | 20023 Hits

Je länger jemand arbeitslos ist, um so schwerer wird es für ihn, wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu gelangen (hier und nachstehend: selbstverständlich auch immer für "sie").

Wenn man sich die Situation der Dauerarbeitslosen näher betrachtet, stellen sich - ohne jede Bewertung oder Verurteilung - folgende Fragen:

a) Wieviel Schuld trägt der Arbeitslose selbst daran, arbeitslos geworden zu sein, und - zwingend verknüpft - vor allem: Wieviel Schuld trägt er daran, nicht wieder der Arbeitslosigkeit entronnen zu sein?

b) Wieviel Schuld trägt die Wirtschaft, die sich als unfähig erweist, ein riesiges brachliegendes Arbeitskräftepotenzial zu verwerten?

c) Wieviel Schuld trägt die Politik, die nur Rahmenbedingungen für die Wirtschaft gestaltet, aber nichts unternimmt für jene Arbeitnehmer, die von der Wirtschaft nun einmal tatsächlich nicht gebraucht werden?

Ich würde mich freuen, wenn eine rege Diskussion mit Lösungsansätzen zustande kommt!



Kommentare (24)

  • ArbeitsLos als DauerLos?

    von pia am 20.04.2008 - 23:08:42
    Da gibt es zum einen das Missverhältnis zwischen Branchen, die nicht genügend qualifizierter Facharbeiter und Ingenieure finden (siehe Metallbranche) - auf der anderen Seite werden Lehrlinge ausgebildet in Bereichen, in denen es nicht genügend Stellen gibt.
    Die einen füllen ihr Überstundenkonto, die anderen sitzen zu Hause,
    ich bin für die Einführung der 30-Stunden-Woche!

    Außerdem eine gutbezahlte Arbeit wollen und gleichzeitig nur die möglichst billigen Lebensmittel, Textilen, Autos aus dem Ausland - das geht irgendwie nicht zusammen.

  • 30-Stunden-Woche-Quatsch

    von toto am 20.04.2008 - 23:21:16
    Die 30-Stunden-Woche für alle scheint ja auf den ersten Blick o.k. - auf den zweiten zeigt sich: Döspaddel braucht kein Arbeitgeber 30 Stunden, lieber will er Leistungsträger 40 Stunden und länger.
    Das ist die brutale Realität: Wer Leistung bringt, ist gefragt, wer nicht, der darf zu Hause bleiben. Ist doch auch was schönes, oder?

  • 30-Stunden-Woche

    von pia am 21.04.2008 - 10:10:04
    Man kann auch in 30 Stunden in der Woche etwas leisten, was zählt ist doch die Qualität. Wer mit seiner Freizeit nichts anzufangen weiß, dem ist auch nicht zu helfen. Ich arbeite, um zu leben - und nicht umgekehrt. Das Leben besteht eben nicht nur aus Arbeit bis zur Rente, die in immer weitere Ferne rückt.

  • 30-Stunden-Woche

    von pia am 23.04.2008 - 23:05:31
    Ja, Arbeit sollte schon auch Spaß machen. Ich meine nur, neben der Arbeit gibt es ja auch noch sogenannte Freizeit. Wenn man natürlich einen Job findet, den man gern macht, und man für seinen Arbeitgeber nicht nur auf seine "Arbeitskraft" reduziert wird und dann auch noch ein gutes Betriebsklima herrscht - wäre das natürlich der Idealfall. Wenn man aber weiß, man ist jederzeit ersetzbar, weil schon einige andere auf diesen Job lauern, dann ist doch irgendwas faul!

  • Arbeit

    von Golo am 24.04.2008 - 11:13:13
    Hi Pia und Toto. Ich bin gerade dabei mir eine Meinung zur Fragestellung zu bilden. Ich denke nach.

  • 30 Stunden plus X

    von toto am 23.04.2008 - 14:51:07
    Hi Pia, ich meine ja nur, wenn Du in 30 Stunden viel leistest, wird Dich Dein Arbeitgeber gern 40 Stunden dabehalten oder noch länger.
    Und wenn Du ihm Deinen Job als "notwendiges Übel" erklärst, das Du nur brauchst, um Dein Leben zu finanzieren, wird er eine sehr einseitige Motivation bei Dir diagnostizieren. Neben dem Geld gibt es ja wirklich noch mehr, was am Arbeiten Spaß macht: Erfolg, Vorankommen, Zusammenarbeit, Weiterentwicklung, Erfahrung, Herausforderungen meistern etc. pp.
    Aber es bleibt natürlich jedem seine eigene Entscheidung, ob er Arbeit als Lust oder Last empfindet. Aber mit lustigen Mitarbeitern macht es auch Deinem Chef sicherlich mehr Spaß.

  • Kopfarbeit

    von pia am 24.04.2008 - 13:17:40
    Ja, Nachdenken ist auch eine Form von Arbeit; wenn dann ein Erkenntnisgewinn herauskommt - wir warten noch auf Deine Geistesblitze!

  • Gedacht

    von Golo am 24.04.2008 - 22:44:59
    Ich habe folgenden Denkansatz. Zunächst frage ich mich wo denn die viele Zeit hin ist, die durch die technische- und die Computerrevolution frei geworden ist. Noch im Mittelalter schuffteten sich die Ahnen zu tode. Dann kam die Dampfmaschine und der Transmissionsriemen. Sie nahmen dem Menschen die schwere körperliche Arbeit ab. Es entstand die Vision endlich Bücher lesen zu können, Konzerte zu besuchen und sich beim Sex soviel Zeit lassen zu können, dass es auch Spaß macht. Spielen und Verreisen als sinnfreie Tätigkeiten sollten allmählich für alle möglich sein. Zu Guter letzt erfand man die immer leistungsfähiger werdenden Computer. Eine gigantische Zeitersparnis müsste doch die Folge sein. Warum liegen wir nicht alle am Strand und lassen uns von der Sonne verwöhnen? Wer klaut uns die Zeit?
    Ob der Arbeitslose schuldig an seiner Arbeitslosigkeit ist? Diese Frage macht doch jede Vision von der freien Entfaltung des Menschen lächerlich. Ist der Mensch nur ein Mensch wenn er schufftet? Warum beneiden wir nicht den Arbeitslosen? Eigentlich nur, weil wir nicht seine Demütigungen die er täglich über sich ergehen lassen muss teilen möchten. Als einer der die Arbeit losgeworden ist, ist er doch der Glücklichere.

  • Wenn Golo denkt . . .

    von toto am 25.04.2008 - 08:06:50
    . . . dann kommt auch was Gutes raus!
    "Arbeiten gehen" gibt es schließlich erst seit dem Industriezeitalter, gleichzeitig entwickelt mit dem Begriff "Freitzeit" (frei von der Arbeit).
    Das wusste schon ein großer Deutscher Philosoph: Dass der Arbeitslose zwar die Früchte der Arbeit nicht genießen kann, aber auch "frei ist von den Qualen der Arbeit".
    Das Problem der meisten heutigen "Arbeitslosen" ist es doch, dass sie mit ihrer gewonnenen Freiheit (Freizeit) nix anzufangen wissen, sondern darunter leiden, dass sie ihre angestachelten Konsumwünsche nicht erfüllen können.
    Allerdings darf man nicht vergessen, dass Arbeitslosigkeit eben doch keine Glückseeligkeit bedeutet. Verblödung, soziale Entfremdung, steigende Kleinkriminalität, ungesundes Leben gehen damit einher und wirken sich vor allem auf nachfolgende Generationen aus.
    Was wir brauchen, ist sicher eine sinnerfüllte Beschäftigung bei angemessener Belohnung - aber das muss ja nicht gleich in "Arbeit" ausarten . . .

  • Kopfarbeit

    von pia am 26.04.2008 - 19:41:28
    Hi Golo, du fragst, wer klaut uns die Zeit? Du nimmst dir mal einen Tag frei zum Nachdenken und zwar am besten ohne Einflüsse von außen; Computer, Fernsehen, Radio, Zeitung, Auto werden ignoriert. Arbeiten darf man, natürlich nur, wenn man will. Vielleicht sollte man überhaupt mal sowas wie einen "Tag der Steinzeit" einführen.

  • Riemen

    von Alter Schwede am 28.04.2008 - 16:10:39
    Transmissionsriemen find ich geil. Was isn das?

  • Trans-Mission mit Riemen

    von Thomas am 01.05.2008 - 21:38:06
    Der Transmissionsriemen tritt mit der Dampfmaschine auf die Bildfläche, wird aber bei allen Zentral-Anrieben (Elektromotor, Mühlenrad) genutzt, also bei Antrieben, bei denen eine Kraftmaschine mehrere andere Maschinen in Bewegung versetzt.

    Klassisch treibt der Bewegungserzeuger eine Welle, mit der mehrere Riemenscheiben axial fest verbunden sind. Auf den Außendurchmessern dieser Scheiben laufen die Transmissionsriemen in Form von Flachriemen. Jede Scheibe der gemeinsamen Welle treibt eine Maschine an. Durchunterschiedliche Scheibendurchmesser lässt sich die Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine einstellen, indem der Riemen von Scheibe zu Scheibe verschoben wird.

    Ist eine Scheibe mit der Welle nicht fest verbunden, entsteht eine Leerlaufstellung. Wird der Transmissionsriemen über Kreuz gespannt, lässt sich die Drehrichtung umkehren.

    Transmissionsriemen sind aus Leder und werden durch nadelartige, oft gelenkige Verbindungsstücke verbunden.
    Der Transmissionsriemen hat große Nachteile: Begrenzte Haltbarkeit, das "von der Scheibe laufen" und vor allem die nur begrenzte Kraftübertragung, weil Schlupf auftritt. Schlupf ist, wenn der Riemen auf der Scheibe rutscht. Manchmal wurde der Schlupf genutzt, um Maschinen weicher anlaufen zu lassen.
    Frei laufende Riemen ohne (aufwändige) Schutzvorrichtung sind zudem sehr gefährlich, sie können reißen oder man kann hinein geraten.

    Die Riemen mussten gefettet werden, wozu Riemenfett genutzt wurde.

    Heute ist der Flachriemen durch den Keilriemen, mit dem sich höhere Kräfte übertragen lassen, verdrängt. Ein Rolle spielt noch der Zahnriemen, weil er wegen der Verzahnung mit der Riemenscheibe Schlupf ausschließt.

  • Da zieht einer vom Leder

    von Alter Schwede am 02.05.2008 - 14:28:51
    Danke Thomas! Das war eine sehr professionelle Antwort. Ein historisches Exemplar dieser Kraftübertragungstechnologie findet man im Ostritzer Kloster Sankt Marienthal. Dort werden heute noch im von Wasserkraft betriebenen Holzsägewerk für Schauzwecke die Riemen aufgelegt, sogar über kreuz! Heute wird der Begriff "Transmissionsriemen" gerne symbolisch verwendet. Zum Beispiel sagte mal Erich Fromm "Aber die Familie ist selbst nur «die Agentur der Gesellschaft», der Transmissionsriemen für die Werte und Normen, welche eine Gesellschaft ihren Mitgliedern einprägen will."

  • Steinzeit

    von Olog am 02.05.2008 - 14:35:23
    Einen Tag der Steinzeit find ich echt klasse. Allerdings ist es dann mit dem anzünden von Kerzen statt Halogenlampen nicht getan. Wir müssten an diesem Tag zum Beispiel auch unsere high-tech-Klammotten ablegen. Also statt Gorotex im Lumpensack die Kälte ertragen. Und Nachts decken wir uns dann mit Stroh zu. Ich glaube ehrlich gesagt, dass wir auch nur einen einzigen Steinzeittag nur mit schweren Erkrankungen überstehen würden.

  • Steinzeit

    von pia am 02.05.2008 - 21:58:23
    Ganz sooo weit muß man ja nicht zurückgehen. Aber einen Tag auszuhalten ohne Fernsehen, Nachrichten, Zeitung, Radio, Telefon, um in Ruhe darüber nachdenken zu können, warum wir immer weniger Zeit haben, bringt dann vielleicht neue Einsichten.
    Aber die Frage stand: Gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit. Fakt ist, in Deutschland gibt es nicht mehr genügend Arbeitsplätze für alle.
    Da müsste doch mehr Toleranz für Teilzeitarbeit seitens der Arbeitgeber vorhanden sein. In anderen Ländern funktioniert das doch auch. Beispielsweise in Holland ist jeder dritte Arbeitsplatz ein Teilzeitjob.

  • Arbeitslosenzeit

    von Golo am 04.05.2008 - 21:12:01
    Es gab mal einen Künstler. Der wurde von einem Widerständler gefragt waum er sich nicht öffentlich äußern würde. Der Künstler antwortete: "Die Menschheit ist seit Jahrtausenden verkrüppelt".

  • Krüppel und ich

    von toto am 05.05.2008 - 07:27:20
    Ob die Menschheit verkrüppelt ist, kann ich nicht beurteilen. Ich denke, jeder kann nur so leben, wie er es für richtig hält und es sich unter den gegebenen Umständen einrichten kann.
    Glücklich, wer ein gleichgesinntes Umfeld findet.
    Wenn dadurch die Welt ein bisschen besser wird, um so schöner.

  • Pandämonium

    von Golo am 05.05.2008 - 23:10:09
    Also grundsätzlich wäre es ja der absolute Hammer wenn alle Freizeit gerecht aufgeteilt würde. Das klingt beinahe kommunistisch. So was war mal eine DDR-Utopie. Wir gehen früh auf Arbeit, drücken einen Knopf und gehen wieder heim, fertig. Aber irgendwie schaffen wir verrückten Menschen es immer wieder uns regelmäßig die maximale Anzahl aller möglichen Probleme zu bereiten. Und sollte doch mal etwas Freizeit übrig sein, oder vielleicht sogar etwas Freude aufkommen, schaffen wir uns entweder neue Bedürfnisse für die es unerläßlich ist alles Glück zu opfern oder wir zermatern uns in Depressionen und verfallen dem Nihilismus. Ich möchte wieder mal ein Beispiel liefern: Ich gehe seit dem Jahr 1992 regelmäßig in die Zittauer Hochschulmensa Mittag essen. Damals stand eine Frau an einem Schalter und verkaufte Essenmarken. Diese riss sie von der Rolle ab und man ging damit zum nächsten Schalter - also ähnlich wie im alten Kino. Ob die Essenmarkenverkäuferin ungebildet war kann ich nicht beurteilen, aber einen Ingenieur brauchte sie dafür definitiv nicht. Dann kam der erste U-Key. Das war ein Hightech-Schlüssel mit eingebauten Chip. Den konnte man mittels seiner elektrischen Kontakte an einem Automaten aufladen. Jeder Esser musste nun einen U-Key erwerben. Der Schalter für den Essenmarkenverkauf wurde geschlossen und die Gute hinterm Verkaufstisch in den Ruhestand oder in den Orkus geschickt. Jetzt könnte man ja denken da hätte uns der Fortschritt einen Fortschritt gebracht. Aber was ist denn wirklich passiert? Von dem Tage an, an dem die gute alte Essenmarkenverkäuferin im Pandämonium schmorte, mussten die Essenausgabeangestellten eine Spezialausbildung absolvieren, mit der sie die entsprechende Qualifikation für das Abbuchen der Summe vom U-Key mittels einer PC-Tastatur vorweisen konnten. Und ich versichere hiermit eidesstattlich, dass dieses Abbuchen vom U-Key nicht alle Essenausgabeangestellten durften! Aber damit nicht genug. Noch vor den Tagen als die Essenausgabeangestellten Spezialkurse belegen mussten wurden irgendwo auf der Welt Leute damit beschäftigt die U-Keys und die dazugehörigen Aufladautomaten zu entwickelten und in Serie zu produzieren. Dazu kommen all die Softwareentwickler und PC-Administratoren, die die Maschinen an den Essenausgabestellen in Gang halten mussten. Auch die vielen klugen Leute darf man nicht vergessen, die den ganzen Wunderkram ständig zu verbessern hatten. Täglich musste eine hochspezialisierte Sicherheitsfirma die Automaten vom Geld befreien. Dazu kommt noch der elektrische Strom, der fortan notwendig war um all den Fortschritt am laufen zu halten. Aber auch damit nicht genug. Inzwischen ist all diese Technik nämlich wieder ausrangiert worden. Seit einiger Zeit ist eine völlig neue U-Key-Technik am Start. Die neuen U-Keys haben jetzt keine elektrischen Kontakte mehr, sondern tauschen ihren virtuellen Inhalt berührungslos mit den Computern aus. Hut ab vor all den Entwicklern, Ingenieuren und Softwarespezialisten. Und nieder mit der Dummheit. Jetzt gibt es keine Essenausgabefrau mehr ohne Abitur. Ich bin mir sicher, dass bereits an der dritten Generation U-Key getüftelt wird.
    Ach je. Man könnte noch viele Beispiele aufzählen, zum Beispiel die Sache mit den Navigationsgeräten. Da haben wir uns all die Jahre mit den fetten unförmigen Autoatlanten rumgequält. Alles kalter Kaffee. Nun können wir jeden Tag am Navi die Route verfolgen, die wir täglich dahinschleichen. Und weil das amerikanische GPS-System amerikanisch ist, werden wir Europäer unsere nächsten Milliarden in Form von 24 Sateliten in den Orbit schießen. Denn als Europäer haben wir einen Rechtsanspruch auf europäische Signale. Warum ich das alles erzähle? Wir werden nie die Früchte unserer Arbeit genießen können, niemals. Wir haben dafür einfach keine Zeit.

  • Konsum als Angebot

    von toto am 05.05.2008 - 23:24:26
    Konsum ist ein Angebot, das man nicht annehmen muss, vielleicht auch zu großen Teilen nicht sollte. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass ein Stückchen Konsumverweigerung oft auch ein Stückchen der gewünschten Freizeit freisetzt.
    Golos Mensa-Portions-Ticket-Verkäuferin hat viele Vorteile: Sie kann Auskunft geben, eingreifen, wenn was nicht klappt, den neuesten Tratsch verkünden, Beschwerden entgegennehmen, traurig und fröhlich sei - sie ist eine soziale Einrichtung.

  • Wir müssen

    von Golo am 06.05.2008 - 11:00:53
    Das Problem beim Konsumverzicht besteht ja in der schleichenden Abhängigkeit von den Produkten. Ein Auto fahren oder gar besitzen zu dürfen war mal ein Luxus. Heute müssen wir es haben weil wir sonst nicht auf Arbeit kommen. Der PC war mal eine Einrichtung für hirnverbrannte Misanthropen. Heute muss die Steuererklärung (meine geschäftliche z.B.) zwingend auf dem elektronischen Weg eingereicht werden. Viele Formulare und wichtige Informationen sind überhaupt nur noch online zu erhalten. Das Handy war mal eine Einrichtung für imagegeile Wichtigtuer. Man ließ sich zu Präsentationszwecken darauf anrufen oder benutzte Holzmodelle um am Straßenrand damit aufzufallen. Und heute? Oder das Navigationsgerät. Ok, noch kann man darauf verzichten. Aber bald werden die Autoatlanten teurer sein als die elektronischen Routenkumpels. Und selbst wenn wir durchhalten bezahlen wir doch alle die 24 Sateliten die bald in den Himmel verschossen werden. Wird etwas erfunden dauert es meist nicht all zu lange und wir sind darauf angewiesen.

  • Müssen wir?

    von toto am 06.05.2008 - 21:17:55
    Golo, jetzt nicht zurückrudern!
    Verzicht heißt doch nicht, gleich schwarz-weiß zu malen. EinHandy ist doch wirklich praktisch - im Notfall. Im Alltag nutze ich das Ding kaum, weshalb auch ein billiges vertragsfreies ausreicht.
    Und ich glaube fest, die Hälfte der Leute, die ein Auto haben, wären ohne glücklicher und billiger dran.
    Pc stimmt,. das ist so ´ne Sache ... auch wir schwatzen darüber, ist schon praktisch, grummel....

  • Zurückrudern?

    von Golo am 08.05.2008 - 10:49:18
    Ich bin kein Technikgegner. Ich versuche ja auch mich auf die Segnungen all der uns zur Verfügung stehenden Erfindungen zu beschränken. Was ich aber mit meinem Beispiel "U-Key" deutlich machen wollte ist ja die Tatsache, dass sich der Aufwand für den Essenmarkenverkauf praktisch verzehnfacht, wenn nicht gar verhundertfacht hat (im Vergleich zur alten handverkauften Essenmarke). Und die Story "U-Key" steht ja nur symbolisch für einen Hyperprozess wie er in allen Bereichen einzug gehalten hat. Unser technischer Fortschritt ist bezüglich der Gewinnung von Freizeit eine Illusion. Wir brauchen ein Auto um auf Arbeit zu kommen und verdienen dort das Geld um uns das Auto überhaupt leisten zu können. Wir bieten all unsere Erfindungen auf um das Ziel "Glück" zu erreichen und rennen dabei immer schneller. Unsere Abhängigkeit von all den genialen Erfindungen hat längst bedrohliche Züge angenommen. Dass wir auf unseren Äckern statt lecker Kolrabi inzwischen Raps für Diesel anbauen zeigt wie weit wir das Ziel schon verpeilt haben. Unser Streben nach Glück erinnert mich stark an die an den Hund angebundene Wurst vorm Maul. Irgendwann bricht die Menschheit erschöpft zusammen und hat nichts erreicht.

  • Aufwachen

    von Alter Schwede am 14.05.2008 - 15:48:59
    Sind alle auf Arbeit? Man liest gar nichts Neues hier!

  • Lesen und Schreiben

    von toto am 15.05.2008 - 01:02:26
    Nach dem hehren Schlusswort von Golo ist hier wohl nichts mehr zu sagen, oder?
    Man könnt´ ja auch mal über die Orientierung von Wirtschaftssystemen reden.
    Der Sozialismus wollte sich an sozialen Grundbedürfnissen orientieren, das klappte nicht. Der Kapitalsmus wollte sich am Geld orientieren, was zumindest starke Probleme mit sich bringt.
    Wie wäre es mit einem Ökologismus? Der Wert von Dienstleistungen und Waren bemisst sich an Umweltfreundlichkeit, Öko-Bilanz, Nachhaltigkeit.
    Oder, wenn die Meschen halt wirklich raboten wollen, käme ein Arbeitskräfteismus infrage.
    Ist also der KAPITALismus wirklich das non-plus-ultra?


 
 
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